Erfahrungsbericht von   Lisa

Im Sommer habe ich mein erstes Kind bekommen. In der Schwangerschaft wurde ich von meiner Gynäkologin und meiner Hebamme parallel betreut und war mit damit sehr glücklich.

Ursprünglich wollte ich es gar nicht so handhaben, denn meine Gynäkologin kannte ich seit Jahren und konnte mich nie über sie beklagen. Zudem hielt ich es für besser, wenn alle Daten zu mir und meiner Schwangerschaft an einer Stelle statt an zweien gebündelt werden. 

Als meine Hebamme bei unserem ersten Treffen einen Termin zur Vorsorge in meinen Mutterpass eintrug, fühlte ich mich deshalb zunächst etwas überrumpelt. Ganz nach dem Motto „anschauen kann ich es mir ja mal“ habe ich den Termin trotzdem wahrgenommen und war schließlich sofort begeistert! Die entspannte Atmosphäre, die mich bei den Terminen in der Hebammenpraxis erwartet hat, habe ich sehr genossen und fand es wunderbar, dass bei jedem Treffen genügend Zeit war, neben allen medizinischen Belangen der Schwangerschaft auch über mein ganz persönliches Befinden zu sprechen. So hatten auch meine Sorgen und Ängste, aber auch Freuden stets ihren Raum, um angesprochen zu werden und meine Hebamme hatte immer ein offenes Ohr dafür. Bei meiner Gynäkologin sucht man dieses im hektischen Praxisalltag leider vergeblich. Für Fragen stand und steht sie zwar zur Verfügung, Erläuterungen sind jedoch meist kurz und man hat häufig das Gefühl, schon wieder fast zur Tür des Behandlungsraumes hinausgeschoben zu werden. So habe ich die Vorsorgetermine bei meiner Hebamme als wesentlich persönlicher und individueller als die bei der Gynäkologin erlebt.

Darüber hinaus war ich sehr froh, von meiner Hebamme immer wieder Alternativen zur klassischen, durch meine Ärztin vertriebenen Schulmedizin aufgezeigt zu bekommen. So beispielsweise im Umgang mit Medikamenten während der Schwangerschaft. Sie empfahl mir bekömmlichere Alternativen zu dem, was meine Gynäkologin mir verordnet hatte und gab mir Ratschläge zur Einnahme bestimmter Mittel. Ich fühlte mich dadurch immer wieder besser beraten und letzten Endes in meiner Entscheidung freier, als es bei einer alleinigen Betreuung durch meine Gynäkologin der Fall gewesen wäre. Dies war auch bei der Frage nach Zusatzuntersuchungen der Fall. Während ich hier durch die Ärztin im Vorfeld kaum aufgeklärt wurde, welche Möglichkeiten es gibt und ob die Durchführung Sinn macht, führte meine Hebamme einiges von selbst mit an, erläuterte mir in Ruhe Vor- und Nachteile und sprach auch ihre persönliche Empfehlung aus. Wäre ich nur durch meine Gynäkologin betreut worden, hätte ich meine Entscheidung sicherlich leichtfertiger und weniger fundiert getroffen – und mich vermutlich anders entschieden. 

Darüber hinaus war es meine Hebamme und nicht meine Ärztin, welche mich schließlich mit vielen Tipps aus der Alternativmedizin wunderbar darin unterstützte, die Wehen auf möglichst natürlichem Weg in Gang zu bringen, nachdem der errechnete Geburtstermin verstrichen war. Meine Gynäkologin gab mir hier wieder nur recht wenige Hinweise und hatte eher eine abwartende Haltung.

Insgesamt fand ich es aber sehr gut, immer sowohl die Seite der Schulmedizin als auch die alternativer Methoden zu hören und am Ende das für mich Passende zu wählen.

Als wirklich toll und beruhigend empfand ich zudem die gute Erreichbarkeit meiner Hebamme. Hatte ich ein Problem, habe ich sie immer schnell und unkompliziert kontaktieren können und sie half mir stets so gut es ging aus der Ferne weiter. Auch wichtige Ergebnisse meiner Untersuchungen hat sie mir so immer zeitnah mitgeteilt. Bei meiner Frauenärztin wäre das undenkbar.

Im Hinblick auf die Wochenbettbegleitung war ich sehr dankbar dafür, bereits in der Schwangerschaft durch meine Hebamme betreut worden zu sein. So wusste ich bereits vor der Geburt, dass meine Tochter und ich bei ihr gut aufgehoben sein werden. Ob ich dieses Vertrauen auch gehabt hätte, hätten wir uns nicht schon vorher gut kennengelernt, weiß ich nicht. Möglicherweise hätte ich dann nicht alles mit ihr so unbefangen besprochen, wie es schließlich der Fall war. 

 

Meine Gynäkologin selbst hat die Kontaktaufnahme zu einer Hebamme zunächst begrüßt. Ich hatte jedoch den Eindruck, dass sich das mit Voranschreiten der Schwangerschaft mehr und mehr änderte. Je näher der errechnete Termin rückte, umso häufiger legte sie Termine fest, die in kürzerem zeitlichen Abstand zu den Vorsorgeuntersuchungen durch meine Hebamme stattfanden, als dies eigentlich notwendig gewesen wäre. Das ging schließlich soweit, dass ich nach Überschreitung des Termins schon fast mit ihr streiten musste, dass ich nicht am Nachmittag zu ihr zum CTG komme, nachdem am Vormittag schon eins durch die Hebamme geschrieben werden sollte.

Als meine Hebamme sehr spät in der Schwangerschaft eine Beckenendlage feststellte, welche ich in toller Zusammenarbeit mit meiner Tochter jedoch schnell wieder „richten“ konnte, tat meine Ärztin dies sogar komplett ab und stellte es bei der nächsten Untersuchung dar, als habe die Hebamme sich da ganz einfach nur geirrt.

 

Abschließend kann ich nur nochmals betonen, wie glücklich ich war und bin, bereits während der Schwangerschaft durch meine Hebamme mitbetreut worden zu sein. Ich würde mich immer wieder für diese Art der Vorsorge entscheiden – oder sie beim nächsten Kind vielleicht sogar komplett von der Hebamme durchführen lassen. Meiner wundervollen Hebamme Christin danke ich aus ganzem Herzen dafür, dass sie mit ihrer Betreuung dazu beigetragen hat, dass diese tolle und aufregende Zeit noch ein bisschen schöner wurde!